Auf Facebook habe ich mein letztes Bild, ich zeige es unten, einmal zur Diskussion gestellt und direkt gefragt, was der Betrachter sieht.
Von Kranichen bis Flüchtlingen wurde vieles gesehen. Engel die gegen einen Fels „klatschen“.
Ich sah das alles vorher nicht, für mich war es eine ganz klare Geschichte die während des Malens entstanden ist und die ich sehr mochte. Nun plötzlich waren sie da, die Gestalten, die Engel, Flüchtlinge. Was haben sie mit meiner Geschichte zu tun? Nichts! Sie haben diese größtenteils zerstört. In diesem Fall wollte ich es.
Ich lösche viele Kommentare unter meinen gezeigten Bildern, immer wenn Gedanken zu meinem Motiv kommen, die rein gar nichts damit zu tun haben, die zerstören, abwerten oder den Blick auf ein positives Motiv ins negative ziehen. Oft sind die Kommentatoren damit gar nicht einverstanden, weil sie denken, ich muss doch begeisert sein, was sie alles in meinem Bild sehen! Nein, bin ich nicht. Habt eure Gedanken, schreibt von mir aus einen Roman, den muss ich ja nicht lesen :-), aber behaltet eure Geschichten für euch. Erzählt sie der Nachbarin, dem Friseur dem Bäcker, von mir aus, aber bitte, diskutiert nicht öffentlich unter meinen Bildern über meine Bilder, ich zeige diese nicht um bewertet zu werden. Wenn eine für mich sonnige Stadt im Süden mit alten Fassaden und Wäscheleinen als kaputte Stadt im Krieg gesehen wird, dann hat das mit dem Betrachter zu tun, nicht mit mir und ich behalte mir vor, solche Kommentare zu löschen.
Hier mein Text zur Erklärung, welchen ich auf Facebook schrieb:
Ich glaube die Frage, warum ich nicht mag, wenn mir jemand sagt, was er in meinen Motiven sieht, erklärt sich ganz gut, wenn man die Kommentare unter meinem gelben Bild sieht. Ich male ja nicht nur Farbe auf Leinwand, irgendwie zufällig angeordnet in irgendwelchen Mustern, die ich selbst nicht erklären kann. Das darf man und wer das will, soll das auch machen. Ich habe immer eigene Gedanken und Bilder im Kopf, Gefühle und es baut sich während des Malens so eine Kommunikation mit dem Bild auf. Es entsteht für mich eine Geschichte. Bei dem gelben Bild wollt ich es einmal drauf ankommen lassen und habe es „frei gegeben“ zum Spiel „ich sehe was, was du nicht siehst“. Ich sehe jetzt alles das, was ihr unter diesem Bild geschrieben habt, von Engeln die gegen den Fels geklatscht sind, Kranichen, Gestalten bis zu Flüchtlingen. Meine Bilder, meine Geschichte ist vollkommen zerstört und vielleicht die Geschichte des jenigen, der für sich etwas entdeckt hat, was ihm positives gibt, auch.
Ich möchte nicht wissen was ihr seht. Ihr dürft alles sehen, aber sagt es mir nicht. Ihr könnt gern sagen, dass euch die oder jenes ein gutes Gefühl gibt oder an eine Landschaft erinnert, ihr Regen oder Sonne mögt, aber ich will nicht auf Figuren, Tiere, Fratzen, Gesichter oder ähnliches unfreiwillig gestoßen werden. Nur ein kleines Beispiel noch am Rande. Ein wunderschönes Strandbild mit Strandgut, was jeder meiner Kursteilnehmer als sehr Stimmungsvoll empfand, wurde einmal für alle komplett zerstört, weil eine Dame meinte, aber hier vorn, das sieht aus wie eine Wasserleiche und uns expliziet noch auf die langen Haare im Sand und das Gesicht aufmerksam machte. Wir alle haben dann diese Wasserleiche gesehen. Die Stimmung war nun eine andere und ich glaube, mit diesem Bild im Kopf hätte das Bild niemand gekauft. Kurz gesagt, ich stelle meine Bilder hier nicht ein zur Begutachtung, Bewertung und Interpretation.
Und nun eine schöne Woche allen! ![]()


